
Krank, überlastet, berufsunfähig: Armutsfalle für Frauen
Auch wenn wir unsere Sprache gendern, Stelleninserate sich neutral an alle Geschlechter wenden und technische Ausbildungen und Lehrberufe vermehrt Frauen und Mädchen ansprechen: Die Praxis hinkt der angestrebten Gleichstellung der Geschlechter immer noch hinterher.
Frauen sind armutsgefährdeter als Männer
Diese Tatsache hat auch, aber nicht nur, mit der geringeren Bezahlung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu tun. Zwar liegt die Erwerbsquote von Frauen bei mittlerweile über 67 Prozent, viele von ihnen sind aber aus unterschiedlichen Gründen nur teilzeitbeschäftigt, was die berufliche Karriere und die Verdienstmöglichkeiten einschränkt. Traditionelle Frauenberufe wie Kranken- oder Altenpflege, im Handel oder zur Kinderbetreuung sind überdies tatsächlich oft schlechter bezahlt als so mancher Bürojob.
Apropos Kinder
In Familien sind es meist die Mütter, die einen Halbtagsjob wählen, um den Nachwuchs nach dem Kindergarten- oder Schulbesuch zu Hause zu betreuen. Sie sind es auch, die den Großteil der Hausarbeit übernehmen und sich bei Bedarf um pflegebedürftige Angehörige kümmern; das alles natürlich in ihrer - unbezahlten - Freizeit. Ein geringes Einkommen in der Erwerbszeit führt zwangsläufig zu einer geringen Pension, doch auch in jüngeren Jahren können sich kleine Einkünfte fatal auswirken: Fällt etwa der einkommensstärkere Partner durch Trennung oder Tod weg oder sind Frauen als Alleinerzieherinnen ganz auf sich gestellt. Dann kann es finanziell schnell eng werden, ebenso wie für Alleinlebende, für Frauen mit Behinderungen oder auch mit Migrationshintergrund.
Stärkere Gesundheitsgefährdung
Häufig führen die vielfachen Mehrbelastungen zudem zu gesundheitlichen Problemen, sodass Frauen ihren Aufgaben und Verpflichtungen plötzlich nicht mehr nachkommen können und womöglich sogar den Job verlieren. Armut steigert das Risiko, krank zu werden, eine schlechte Gesundheit führt in die Armut – dieser Zusammenhang ist in vielen Studien hinreichend belegt. Dennoch sind Frauen höchst selten abgesichert, etwa durch Pensionssplitting oder im Erwerbsleben beispielsweise durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, die ihnen im Bedarfsfall ein Auskommen sichert. Vor allem Frauen sollten sich daher informieren, wie sie vorsorgen können, um erst gar nicht in die Armutsfalle zu geraten.
Melden Sie sich bei Ihrem EFS-Berater/Ihrer EFS-Beraterin, er/sie berät Sie gerne!
|